Vor dem ersten Spatenstich, vor dem ersten Tropfen Wasser aus dem Brunnen, vor den lachenden Kindern in unserer Schule…

…stehen Entscheidungen. Entscheidungen, die oft innerhalb kürzester Zeit getroffen werden müssen. Entscheidungen, die weitreichende Folgen haben – für unseren Verein, für unsere Spenderinnen und Spender und vor allem für die Menschen in Njiwa.

So war es auch in den vergangenen Wochen.

Der Kauf des neuen Grundstücks für den Schulgarten war eine einmalige Chance. Hätten wir zu lange gezögert, wäre das Grundstück vielleicht an jemand anderen verkauft worden. Gleichzeitig bedeutete diese Entscheidung, Verantwortung für eine hohe Investition zu übernehmen.

Ist der Preis fair?

Ist der Standort wirklich der richtige?

Welche Auswirkungen hat das auf unsere zukünftigen Projektschritte?

Können wir das unseren Spenderinnen und Spendern gegenüber verantworten?

Kaum war diese Entscheidung getroffen, stand bereits die nächste vor der Tür.

Der Brunnen.

Eine einmalige Gelegenheit, weil in der Nähe gerade ein Brunnen gebohrt wurde, das Equipment damit vor Ort und günstig einzusetzen war.

Ein Brunnen ist nicht einfach ein Loch im Boden. Er muss am richtigen Ort gebohrt werden. Er muss tief genug sein, damit auch in der Trockenzeit ausreichend Wasser vorhanden ist. Und er muss so geplant werden, dass nicht nur der Schulgarten versorgt wird, sondern auch die Schule selbst, die Toiletten, die Küche und zukünftige Gebäude.

Eine falsche Entscheidung könnte bedeuten, dass tausende Euro investiert werden und am Ende trotzdem nicht genügend Wasser vorhanden ist. Dass Kinder weiterhin Wasser tragen müssten. Dass der Schulgarten nicht bewässert werden kann. Dass die Versorgung unserer Schule langfristig gefährdet wäre.

Was viele nicht sehen: wir machen das alles ehrenamtlich.

Wir haben Familien, Kinder, Berufe, Termine und unseren ganz normalen Alltag. Und trotzdem klingelt manchmal das Telefon und innerhalb weniger Minuten wissen wir: Jetzt müssen wir handeln.

Manchmal haben wir Zweifel, immer spüren wir die Verantwortung. Bei jeder einzelnen Entscheidung. Denn wir verwalten nicht unser eigenes Geld. Wir verwalten das Vertrauen unserer Spenderinnen und Spender.

Jeder Euro wurde uns anvertraut, weil Menschen daran glauben, dass wir verantwortungsvoll damit umgehen und etwas Tolles schaffen können. Dieses Vertrauen ist für uns keine Selbstverständlichkeit – es ist unsere größte Verpflichtung.

Natürlich wünschen wir uns manchmal, mehr Zeit zu haben. Eine Woche länger nachzudenken.

Noch mehr Informationen einzuholen.

Doch die Realität in einem Entwicklungsprojekt ist oft eine andere.

Chancen kommen nicht immer ein zweites Mal.

Manchmal müssen Entscheidungen schnell getroffen werden – aber niemals leichtfertig.

Dann wird telefoniert, diskutiert, gerechnet und hinterfragt. Oft spät abends, nach der Arbeit oder am Wochenende. Weil wir wissen, was auf dem Spiel steht für viele Menschen in Njiwa. Und dann das unbeschreibliche Gefühl, wenn man erkennt: die Entscheidungen waren richtig. Das Vertrauen unserer Spenderinnen und Spender hat etwas geschaffen, das Generationen von Kindern in Njiwa eine bessere Zukunft ermöglichen wird.

Das alles funktioniert nur, weil wir, die wir für Entwicklungsschritte gemeinsam gehen arbeiten, uns gegenseitig respektieren, unterstützen, uns tragen und das große Ganze sehen, auf das wir hinarbeiten.

Und dankbar sind für diese tolle gemeinsame Reise.

Heute freuen wir uns sehr:

der Brunnen liefert Wasser.

Das Grundstück gehört nun zu unserem Schulprojekt.

Unsere Schule wächst Schritt für Schritt weiter.

Dafür lohnt sich jede einzelne Herausforderung.

Von Herzen Danke, dass ihr diesen Weg mit uns geht. Asante sana! 🇹🇿💚